Pretty Baby - Das unbekannte Mädchen von Mary Kubica



Titel: Pretty Baby - Das unbekannte Mädchen
Autor: Mary Kubica
Veröffentlicht: 2016
Seitenzahl: 376
Verlag: Harper Collins
Serie: Nein. 
Genre: Thriller
Preis: 16,99€



Zum Cover:
Das Cover erinnert mich unheimlich an Girl on the Train von Paula Hawkins. Ich mochte ja schon dort den Stil, aber hier ist mir noch mal aufgefallen, wie spannend das Buch durch die verwischte Schrift wirkt.

Zur Geschichte:
Heidi Wood hat sich schon immer gerne um andere Menschen gekümmert, ihr Job als ehrenamtliche Betreuerin für Migranten oder Menschen aus sozialen Brennpunkten ist daher natürlich naheliegend. Doch eines Tages, auf dem Weg zu Arbeit, trifft Heidi auf ein junges Mädchen mit einem Baby auf dem Arm, welches anscheinend auf der Straße lebt. Auch wenn sie zunächst vorbei geht, lässt sie der Gedanke an die Beiden nicht los und sie nimmt sei bei sich Zuhause auf. Immer mehr lässt sich Heidi von dem Mädchen beeinflussen und schon bald bewegt sie sich gefährlich nah zum Abgrund hin.

Meine Meinung:
Die Geschichte wird aus den Sichtpunkten von Heidi, Willow und Heidis Mann, Chris, erzählt. Während sowohl Heidi als auch Chris die aktuelle Situation besprechen, werden wir in Willows Abschnitten über deren Vergangenheit in Szene gesetzt. Diese langsame Enthüllung der Person Willows und deren Geheimnisse hat mir sehr gut gefallen. Immer wieder wurden neue Fetzen Vergangenheit in den Raum geworfen, so dass man als Leser nach und nach das Puzzle vervollständigen konnte sich aber auf dem Weg zum Gesamtbild, seine eigenen Gedanken machen kann.

Heidi empfand ich als sehr naiv, zeitgleich aber herzlich und nett. Sie ist genau das, was die heutige Gesellschaft als Gut-Menschen bezeichnen würde. Jeder Fall mit noch so wenig Aussicht auf Besserung wird bei Heidi mit offenen Armen begrüßt. Das ist etwas anstrengend, vor allem für ihren Mann Chris, der auch bei dem Einzug der Straßenkatzen kein Mitspracherecht hat. Trotzdem kann man als Leser Heidi verstehen, vor Allem, wenn im Laufe des Buches ihre Vergangenheit langsam entwirrt wird.
Chris hat mich persönlich mehr als nur genervt. Bei ihm dreht sich nicht nur alles darum, wie viel die Menschen verdienen und wie man möglichst noch mehr verdienen kann, sondern auch darum, wie Heidi vor einigen Jahren war. Er hackt nur auf ihr rum und verliert nicht ein einziges, positives Wort über sie. Seine generelle Einstellung hat mich oft so zur Weißglut getrieben, dass ich regelrecht gehofft habe, sein Flugzeug fällt einfach mir nichts, dir nichts vom Himmel.
Willow war mir von Anfang an etwas Suspekt. Sie redet nicht, erzählt nichts und beantwortet keine Fragen. Trotzdem aber lässt sie sich von Heidi durchfüttern und betüddeln. Sie bekommt die Möglichkeit ihr Leben auf die Reihe zu bekommen, ergreift diese nicht und guckt zu wie sie nach und nach verstreicht.

Der Schreibstil war sehr angenehm zu lesen. Unaufgeregt plätschert die Geschichte vor sich her, fesselt dabei jedoch durch die kleinen Andeutungen und Geheimnisse. So wird man dazu motiviert immer weiter zu lesen, obwohl eigentlich gar nichts passiert. Mit einem entspannten aber konstanten Rhythmus gibt die Autorin Geheimnisse preis, die einen das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen lässt.

Fazit:
Ein etwas anderes "Girl on the Train", welches ich zwar weniger als Thriller bezeichnen würde, das einen jedoch innerhalb weniger Seiten in den Bann zieht und bis zum Schluss nicht mehr loslässt. 
Vielen Dank an Harper Collins und  für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars 


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