Ein Minivan voller Bücher und ein Roadtrip

Hallihallo und Willkommen zu meinem ersten "Random Sunday"!

In dieser neuen Rubrik werde ich regelmässig versuchen Sachen, die meiner Meinung nach geteilt werden müssen, mit euch zu teilen. Das muss nicht unbedingt etwas mit Büchern zutun haben, sondern kann auch mit allen anderen Themen zutun haben, welche mich in der Woche bewegt oder berührt oder was auch immer haben.

Diese Woche gibt es ein doch buchiges Thema: und zwar handelt es sich um "wandernde Büchereien".
Akshaya Ravtaray (links) und Satabdi Mishra (rechts) 
Das sind Satabdi Mishra und Akshaya Ravtaray. Die beiden Freunde haben sich ein sehr hohes Ziel gesetzt: 10.000km in einem Minivan durch Indien zu fahren. Was daran so besonders ist, fragt ihr euch jetzt bestimmt? Ihr Gepäck. Denn Satabdi und Akshaya transportieren in ihrem besagten Minivan knapp 4000 Bücher.

Die beiden Inder haben schon viele Bücher gelesen und sich mit anderen über diese ausgetauscht. Doch nicht selten sind sie auf Menschen gestossen, welche noch nie in ihrem Leben ein Buch gekauft hatten oder im Laufe ihrer 20-jährigen Tätigkeit als Lehrer nur 15-20 Bücher gelesen hatten, die mit ihrem Fachgebiet zutun hatten. Für Akshaya ist klar: Bücher bilden, öffnen einen für andere Ideen und schaffen so mögliche Intoleranz aus den Köpfen der Menschen. Es muss also gelesen werden um die sozialen Verhältnisse zu verbessern. 

Doch woran liegt es, dass so wenige Bücher gelesen werden? Hauptsächlich am Preis, denn in Indien ist ein Buch knapp 10 Mal teurer als eine Mahlzeit. Viele Familien, die ein geringes Einkommen haben, müssen sich so also entscheiden: 1 Buch oder 10 gefüllte Mägen. Da fällt die Entscheidung wahrscheinlich meistens auf letzteres. Dadurch müssen viele Buchläden schliessen und oft gibt es gerade in kleineren Dörfern keine Buchläden mehr. Und genau an diesem Punkt wollen Satabdi und Akshaya angreifen. 
Ein Buchladen mitten auf der Strasse in Mumbai
Auf ihrem Weg durch Indien wollen sie Bücher nicht nur verkaufen, sondern auch den Menschen das Lesen näher bringen. Auf ihrer Fahrt haben sie seit Dezember 2015 über 2000 Bücher verkauft. Neue Bücher kaufen sie, wenn sie in grossen Städten angelangt sind und füllen so ihr Kontingent wieder auf. Doch sie verkaufen nicht nur, sie verleihen Bücher auch um die Menschen dazu zu bewegen mit diesen in Kontakt zu kommen und sich über sie auszutauschen. In ihrem Minivan lassen sich Bücher in Englisch, aber auch in den einzelnen regionalen Sprachen finden, so dass jeder die Chance hat an ein Buch in seiner Sprache zu kommen. 
Akshaya und Satabdi mit ihrem Minivan voller Bücher
Auch in ihrem Laden in Bhubaneswar (Orissa Region in Ost-Indien) haben sie es so eingerichtet, dass sie das ganze Jahr über 20-30% auf alle Bücher geben können. Kein Buch ist teurer als 200 Rupien (ein Gericht kostet in Mumbai etwa 50 Rupien pro Person). Jedoch muss man dort nicht kaufen. Man kann sich einfach hinsetzen und den ganzen Tag lang lesen ohne etwas zu kaufen oder bezahlen zu müssen.



Ich finde die Idee der beiden wirklich toll, bezweifel jedoch, dass sie mit ihrem Vorhaben die indische Gesellschaft zu verändern viel Erfolg haben werden. Indien ist ein sehr grosses Land mit unheimlich vielen Einwohnern, da ist es schwer als einziges Team viel bewirken zu können. Eigentlich müssten sie aus ihrer Idee ein Unternehmen Gründen mit vielen Minivans die durch die Gegend fahren um die Menschen in den Dörfern mit Büchern zu versorgen. Aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung und ich hoffe viele Menschen kommen so dem Lesen näher. 



Was haltet ihr von der Idee der Beiden? Würdet ihr euch auch auf einen Roadtrip durch so ein grosses Land einlassen um anderen Menschen die Möglichkeit zu geben Bücher zu lesen?


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