Die Welt wär besser ohne dich von Sarah Darer Littman

Titel: Die Welt wär besser ohne dich
Autor: Sarah Darer Littman
Veröffentlicht: 2016
Seitenzahl: 384
Verlag: Ravensburger
Serie: Nein.
Genre: Jugendbuch
Preis: 14,99€
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Zum Cover:
Mir gefällt das Cover sehr gut, leider stört mich ein bisschen diese riesige Schrift. Das Cover unter dem Schutzumschlag ist da deutlich schöner, da die Schrift kleiner, dezenter ist und einem irgendwie das Gefühl gibt dass dieser Satz ernst gemeint ist, während die riesige Schrift eine im Affekt geschrieene Beleidigung sein könnte.

Zur Geschichte:
Seit einigen Wochen chattet Lara mit Christian bei Facebook. Sie kennt ihn nicht, aber scheinbar kennt er viele aus ihrer Schule, da wird das wohl nicht so schlimm sein. Sie chattet sehr gerne mit ihm, hat sich auch vielleicht ein kleines bisschen in ihn verliebt. Doch dann passiert das für Lara unverständliche: Christian schriebt an ihre Pinnwand, dass die Welt besser ohne sie wäre. Als dieses Kommentar dann dutzende Likes bekommt und noch gehässigere Kommentare dazu gepostet wurden, bricht für Lara eine Welt zusammen und sie sieht nur noch einen Ausweg: Selbstmord.

Meine Meinung:
Der Klappentext hat mich sofort angesprochen. Es ist ein unheimlich aktuelles Thema, da das Mobbing das früher auf dem Schulhof stattfand und vor dem man sich Zuhause verstecken konnte, nun auch dank Facebook und co. die Kinderzimmer erreicht. Meiner Meinung nach ist dieses Buch das perfekte Buch für den Unterricht um vor den Gefahren und den Konsequenzen des Cybermobbings zu warnen.

Wir begleiten Lara, die es seit der Middleschool nicht einfach hat. Erst wird sie gemobbt wegen ihres Gewichts, wird dadurch depressiv, verliert Freunde. Auf der Highschool soll alles besser werden. Sie nimmt ab, möchte Cheerleaderin werden und bekommt bald eine Freundschaftsanfrage von einem unheimlich tollen Typen, der sie Süsse nennt und sie mit zum Schulball nehmen möchte. Alles scheint besser zu laufen, bis Christian diese Worte auf ihre Pinnwand schreibt und sich im Minutentakt andere von Laras Freunden diesen anschliessen.
Die Autorin schafft es durch die Zeitsprünge (jetzt und vor 2 Monaten), Laras Entscheidung nachvollziehbar zu machen. Doch nicht nur das. Durch die Perspektivenwechsel wird man als Leser sowohl mit dem Opfer als auch mich dem Täter konfrontiert. Und so erschreckend es auch klingt, der Täter ist auch eigentlich nur Opfer seiner Wahrnehmung und letztendlich davon geschockt, wie weit Lara gegangen ist.

Auch wenn Lara wirklich detailliert dargestellt wurde, konnte ich nicht mit ihr warm werden. Sie ist scheinheilig, zickig und vor allem unheimlich selbstzentriert. Sie regt sich darüber auf, dass alle so oberflächlich sind, nimmt aber Christians Freundschaftsanfrage an weil er "heiss" ist. Wie es ihrer Schwester dabei geht, dass sie ständig die Eltern der Beiden beansprucht, ist ihr vollkommen egal.
Die Eltern Laras sind leider etwas undurchsichtig gehalten. Ihre Mutter ist eine Geschäftsfrau, die jedes Familienereignis sofort zu PR umwandelt und dabei häufig den Blick vom Wesentlichen abwendet. Der Vater ist etwas vernünftiger, hätte aber auch gar nicht vorkommen können, denn er war eigentlich nur überflüssig.
Die einzige die Lara nicht die ganze Zeit in Wattebausche gepackt hat, war ihre kleine Schwester Sydney, die endlich mal Klartext gesprochen hat und wahrscheinlich noch stärker unter der Situation gelitten hat als Lara.

Der Schreibstil der Autorin ist unheimlich flüssig zu lesen und sehr lebendig. Sie schafft es den Leser mitzureissen und in dem Buch gefangen zu nehmen, so dass man quasi noch nicht einmal die Chance bekommt, das Buch aus der Hand zu legen. Was mich leider etwas gestört hat, ist das die Geschichte fast zu 100% von der Geschichte von Megan Meier "abgekupfer" wurde, diese aber mit keinem Wort erwähnt wurde. So scheint es mir, als hätte die Autorin versucht etwas als ihre eigene Idee zu verkaufen, was eigentlich eine wahre Begebenheit ist. Dafür gibt es von mir einen dicken Abzug, denn ich finde das geht gar nicht!

Fazit:
Ein tolles Buch, das in jeder Klassenzimmer gehört. Man wird mit unterschiedlichen Charakteren und deren Perspektiven konfrontiert und wird nicht selten überrascht und/oder geschockt wie abgebrüht es oft zugeht.

Kommentare:

  1. Wow, was für ein krasses Buch! Das mit Megan Meier habe ich überhaupt nicht gewusst und nun bin ich etwas geschockt.

    Definitiv eine gute Rezensione, die zum Lesen einlädt, aber ehrlich gesagt, möchte ich dieses Buch jetzt dennoch nicht mehr lesen, nachdem ich das von Megan Meier gelesen habe. Und ich kann deinen Unmut vollkommen nachvollziehen, dass die Autorin diese Geschichte als ihre Erfindung ausgibt. Sowas geht gar nicht und erweist Megan Meier einfach keinen Respekt.

    Nine <3

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    1. Ja.. ich bin froh, dass ich erst danach von Megan erfahren habe. Ich finde es wirklich traurig, dass die Autorin sie nicht erwähnt hat, selbst wenn es nur am Rande gewesen wäre. Sie hätte ja nicht hinausposaunen müssen was Megan passiert ist, aber eine kurze Widmung hätte nicht geschadet. :/

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  2. Hi Henny!

    Das mit Megan Meier habe ich auch nicht gewusst, obwohl mir die Geschichte irgendwie bekannt vorkam ... Aber du hast recht, wenigstens eine Widmung oder sonst wie eine Erklärung hätte dem Roman nicht geschadet (dass er beispielsweise auf einer wahren Geschichte basiert).

    Liebe Grüße
    Ascari

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    1. Huhu! Ja.. ich habe es auch nur durch Zufall erfahren und habe mir dann die Geschichte von Megan näher angeguckt. Sowas hinterlässt einen blöden Nachgeschmack :(

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  3. Hey :)

    Das Buch klingt total interessant, das wandert gleich mal auf meine Wunschliste.
    Tolle Rezi, das mit Megan Meier ist echt ein No-Go, eine Erklärung wenigstens, dass es auf einer wahren Begebenheit basiert, wäre ja nicht so schwer gewesen.

    Liebe Grüße
    Ila von buechertunnel.blogspot.de

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  4. Hallo,

    Eine schöne Rezension von dir! :)
    Mir hat das Buch auch sehr gut gefallen,
    und du hast recht - Es gehört definitiv in Klassenzimmer.

    Liebe Grüße von deiner neuen Leserin
    Laura

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  5. Hallo,

    Eine schöne Rezension von dir! :)
    Mir hat das Buch auch sehr gut gefallen,
    und du hast recht - Es gehört definitiv in Klassenzimmer.

    Liebe Grüße von deiner neuen Leserin
    Laura

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  6. Hallöchen,
    ich habe das Buch vor kurzem gelesen und ich konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen als ich einmal angefangen habe zu lesen. Ich fand es wirklich richtig gut. Das Buch hatte auf mich so einen Sog und wenn ein Buch es schafft mich an sich zu fesseln.. dann kann es gar nicht schlecht sein. Ich fand die Perspektiven und den Schreibstil sehr gut. Erschreckend, aber wohl leider sehr nah an der Realität.

    Liebst, Lotta

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    1. Hey,
      ich habe deine Rezension bei mir verlinkt, ich hoffe das ist okay für dich. Meine Rezension wird morgen online kommen. :)

      Liebst, Lotta

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