Das Rosie-Projekt von Graeme Simsion


Titel: Das Rosie-Projekt
Autor: Graeme Simsion
Veröffentlicht: 2015
Seitenzahl: 368
Verlag: Fischer
Serie: Ja.
1. Das Rosie-Projekt
2. Der Rosie-Effekt
Genre: Roman
Preis: 9,99€
Hier Kaufen! 

Zum Cover:
Mir gefällt das Cover sehr gut. Der Mann auf dem Fahrrad, von dem ich ausgehe, dass es Don ist, spiegelt irgendwie perfekt den Inhalt des Buches wieder. Ein etwas anderer Mann, auf der Jagd nach der grossen Liebe, die ihn so nimmt wie er ist.

Zur Geschichte:
Prof. Don Tillman, ein Genetiker, dessen Leben so weit durchgeplant ist, dass er jetzt schon ganz genau weiss, was er in drei Monaten am Dienstag zu Mittag essen wird, möchte sein Leben nicht mehr alleine verbringen. Aus dem Entschluss dies zu ändern entsteht das von ihm so genannte "Ehefrau-Projekt", ein 32 Seiten langen Fragebogen, der möglichst effizient die passende Partnerin für Don findet.

Meine Meinung
Ich bin lange um dieses Buch herumgeschlichen, war ich mir doch nicht sicher, ob es was für mich ist. Doch die Entscheidung ob ich das Buch lesen möchte oder nicht, nahm mir mein Freund ab, als er es mir zu Weihnachten in die Hand drückte.
Die Geschichte ist eine ganz und gar nicht typische Liebesgeschichte. Don ist ein etwas spezieller Mensch. Er plant alles im voraus, hat einen festen, unflexiblen Zeitplan und weiss exakt wie viele Nährstoffe es mit einer Mahlzeit zu sich nimmt. Er hört Musik nicht weil sie ihm gefällt, sondern weil er darüber gelesen hat. Und da er sich so fest an seinen Plan hält, kann er es nicht nachvollziehen, dass andere Menschen keinen solchen Plan haben. Vor Allem sein Freund Gene ist ihm da sehr oft ein Rätsel.
Don legt ein unheimlich spezielles Verhalten an den Tag und bei einem Vortrag über das Asperger-Syndrom vor Eltern betroffener Kinder, stellt Don fest, dass dieses vielleicht kein Defekt ist, sondern möglicherweise sogar ein erheblicher Vorteil, da alles rationaler analysiert wird. Darauf, dass er selbst unter dem Syndrom leidet, würde er nie kommen, obwohl er sich bewusst ist, keine Empathie für Andere empfinden zu können.

Schon die Ehefrauen-Suche an sich ist unterhaltsam. Don schildert aus seinen vergangenen Verabredungen, welche nicht häufig in einer Katastrophe endeten, mit so einer Gelassenheit, dass man ihn dafür nicht bemitleidet, sondern den Kopf über diese komischen Frauen schüttelt. Man muss häufig über seine Denkweise schmunzeln, jedoch wird er nie als Witzfigur dargestellt, was leider in vielen "lustigen" Büchern vorkommt.
Dann kommt Rosie in Dons Leben und dieses wird komplett auf den Kopf gestellt. Rosie ist das komplette Gegenteil von Don. Unorganisiert, unkompliziert und spontan. Schrecklich! Doch nach und nach lernt Don sie besser kennen und er muss sich fragen, ob der Fragebogen wirklich die perfekte Frau hervorbringen würde.

Der Roman ist aus Dons Perspektive geschrieben. Schon einen Liebesroman aus der Sicht eines Mannes zu lesen, ist für mich eine Neuheit, doch dann noch aus der eines "Aspis" macht das Buch zu etwas ganz besonderen. Der Schreibstil ist sehr gefühlsneutral gehalten, so wie Don eben ist, und obwohl es sich komisch in Verbindung mit einem Liebesroman anhört, passt es perfekt. Obwohl alles neutral und distanziert ist, lernt man Don zwischen den Zeilen kennen und lieben und man merkt, dass Liebe auch rational betrachtet unheimlich süss und romantisch sein kann.

Fazit:
Ein wunderschönes, innovatives Buch über die rationale Liebe eines Menschen der denkt er könne keine Empathie empfinden und doch unbewusst mitfühlend ist. Einen kleinen Abzug gibt es für ein paar etwas langwierigere Szenen. Ich freue mich auf Band 2!

1 Kommentar:

  1. Freut mich, dass es dich begeistern konnte! Mir war es irgendwann zu viel des Guten. Und Zu oft Wiederholungen.. Aber die Idee und die Hauptpersonen mochte ich sehr :)

    AntwortenLöschen