Stolz und Vorurteil von Jane Austen


Titel: Stolz und Vorurteil
Autor: Jane Austen
Veröffentlicht: 1813 (Ausgabe 2012)
Seitenzahl: 456
Verlag: DTV
Serie: Nein.
Genre: Roman
Preis: 9,95€
Hier Kaufen! 

Zur Geschichte:
Als ein neuer Nachbar in die Nähe der Bennets zieht, ist Mrs. Bennet hin und weg, hat sie doch drei Töchter die in der nächsten Zeit verheiratet werden müssen. Mr. Bingley ist nämlich nicht nur jung und alleinstehend, sondern auch äusserst wohlhabend. Sofort wird er zu einem anstehenden Ball eingeladen um ihm die älteste Tochter vorzustellen. Doch Mr. Bingley erscheint nicht alleine, er bringt seinen guten Freund, den stolzen, aristokratischen und noch wohlhabenderen Mr. Darcy. Alle, aber vor allem Elizabeth Bennet, finden ihn wegen seines Stolzes unsympathisch. Nach einiger Zeit, jedoch, lernt Elizabeth eine andere Seite an Mr. Darcy kennen, die ihr vielleicht doch gefallen könnte.

Meine Meinung:
Ich habe mich nie wirklich an die Jane Austen-Bücher rangetraut. So viele positive Bewertungen, so viel Hype um Klassiker, das Buch ist sogar das 2 liebste Buch der Briten gekürt worden (nach LOTR), da war ich mir einfach nicht sicher, ob ich jemals ein Buch von ihre lesen werde ohne mit übermässig hohen Erwartungen daran zu gehen. Und dann habe ich mich gewagt. Meine Erwartungen waren glaub ich das letzte Mal so hoch als ich den letzten Harry Potter-Band in der Hand hatte.
Die Geschichte ist ganz anders als diese ganzen modernen Liebesgeschichten, mit denen wir in den letzten Jahren konfrontiert wurden, aber irgendwie doch gleich. Ein Mädchen, ein reicher Mann, eine hysterische Mutter die ihr Leben danach ausgerichtet hat, alle ihre Töchter zu verheiraten. Das ganze wird in eine hochnäsige, präpotente Gesellschaft gesetzt und voilà. Doch irgendwas verleiht den Buch einen ganz besonderen Charme, sei es der Schreibstil Jane Austens, der sich durch sein Alter deutlich vom aktuellen Schreibstil abhebt, oder die gesellschaftlichen Konstrukte, die man als Leser oft etwas skurril empfindet, aber doch irgendwie beeindruckt ist.

Die Charaktere des Buches werden sehr komplex aber auch sehr liebevoll dargestellt. So spiegelt sich die doch etwas gewöhnungsbedürftige Gesellschaft perfekt in den Protagonisten und deren Umfeld wieder. Als auffälligstes Merkmal empfand ich die vorherrschende Scheinheiligkeit. Egal in welcher Situation sich Elizabeth oder ihre Schwestern befanden, sofort wurde darüber hergezogen, wenn diese den Raum verlassen hatten. So hat man während des ganzen Buches das Gefühl, dass eigentlich überhaupt keine Freundschaften zustande kommen und die Charaktere immer nur darauf aus sind, alle zu demütigen die nicht dem selben Stand entsprachen.
Dieses verhaltene, etwas nervige Verhalten wurde Gott sei Dank von Elizabeth durchbrochen. Sie ist ironisch, stark und eine für diese Zeit emanzipierte junge Frau, die kein Problem damit hat die Damen und Herren um sie herum gegen die Wand laufen zu lassen. Sie ist unheimlich stolz und dickköpfig und wenn erst jemand ihren Stolz verletzt (wie ein gewisser Herr direkt zu beginn tut), ist sie nachtragend und muss erst wieder von der Gutmütigkeit dieser Person überzeugt werden.
Mr. Darcy ist nicht nur unheimlich wohlhabend, sondern auch sehr edel. Man merkt mit jedem Schritt den er tut, dass er nie einen Finger bewegen musste und er alles haben kann, was er möchte. Doch dieser Schein trügt, denn nicht alles in dem Leben der Aristokraten lief so wie geplant. Seine anfängliche Abneigung gegenüber Elizabeth bröckelt langsam vor sich hin, da er immer wieder mit ihrer Aufmüpfigkeit konfrontiert wird, und diese gefällt im gar nicht mal so schlecht.

Wie bereits erwähnt, ist der Schreibstil der Autorin etwas gewöhnungsbedürftig für Leute, die noch nicht so viele Klassiker aus der Zeit gelesen haben. Trotzdem findet man schnell in das Buch hinein und schon bald lernt man die Ausdrucksweise und die Formalitäten der damaligen Zeit zu lieben.

Fazit:
Stolz und Vorurteil ist definitiv eine der schönsten Liebesgeschichten die ich jemals gelesen habe. Auch wenn die Charaktere aus einer ganz anderen Zeit stammen, hat es Jane Austen geschafft sie so zu zeichnen, dass sie auch heute noch nachvollziehbar sind. Eine absolute Leseempfehlung!

Kommentare:

  1. Hey Henny :)
    Es ist schon Jahre her, dass ich diesen Klassiker gelesen habe und trotzdem liebe ich ihn so sehr. Ich weiß vor allem noch, dass er mich absolut fasziniert hat und dass er immer noch eines meiner absoluten Lieblingsbücher ist. Weshalb...das kann ich gar nicht so genau sagen: Und genau diesen Faktor beschreibst du!
    Diese alte Zeit ist einfach faszinierend. Und wenn man einmal in den Stil von Jane Austen gefunden hat, ist es einfach nur wunderschön. Toll finde ich, wie du diese "Scheinwelt" beschreibst. Ich konnte es mir auch immer richtig gut vorstellen. Oh, und deine Einleitung finde ich auch spitze. Ich wusste gar nicht, dass die Briten das Buch so sehr lieben :)
    Sehr schöne Rezension!
    Liebste Grüße,
    Julia

    AntwortenLöschen
  2. hachz - ob das buch oder die verfilmung - es ist einfach eine anrührende geschichte!!!
    lg von der numi

    AntwortenLöschen