Afterworlds von Scott Westerfeld

Titel: Afterworlds - Die Welten zwischen uns
Autor: Scott Westerfeld
Übersetzer: Angela Stein
Veröffentlicht: 2015
Seitenzahl: 704
Verlag: Fischer Sauerländer
Serie: Nein.
Genre: Roman
Preis: 22,99€
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Zum Cover:
Ich finde das Cover hat etwas besonderes. Ich bin mir nicht sicher, was es ist, aber es hat sofort meinen Blick auf sich gezogen. Vielleicht ist es der Kontrast, der runden Formen der beiden Figuren zu den eckigen Formen der Schrift, oder die Farben. Auf jeden Fall gefällt mir das Cover wirklich sehr gut.

Zur Geschichte:
Lizzie war auf dem Weg nach Hause als Terroristen ihr einen Strich durch die Rechnung machten. Der überfüllte Flughafen von Dallas wird in Sekunden zu einem Ort der Schreckens, der Angst und der Todes. Alle sterben, alle bis auf Lizzie. Doch diese überlebt nicht nur, sie hat auch das Jenseits und den Totengott Yamaraj kennengelernt, der ihr "Afterworlds" nach und nach zeigt und in den Lizzie sich bald unsterblich verliebt.
Darcy hat innerhalb eines Monats ihren Roman geschrieben und daraufhin an einen grossen Verlag auf New York verkauft. Dort will sie nun hinziehen um ihr Leben als Schriftstellerin und Schöpferin von Afterworlds zu leben, ohne einen Plan zu haben, wie sie in New York eigentlich überleben will.

Meine Meinung:
Ich finde die Idee ist gut gelungen! Die beiden Geschichten wechseln sich in jedem Kapitel ab und nach und nach erfährt man mehr über Lizzie und über ihre Entstehung bzw. über die Entwicklung der Geschichte durch Darcy. Es war interessant zu sehen, was ein Autor durchmacht, wenn ein Buch nochmal komplett überarbeitet werden muss und dann nicht nur die eigene Meinung wichtig ist, sondern auch die des Verlags.
Die Figuren sind leider nicht ausgearbeitet worden. Darcy entwickelt sich ein bisschen unnatürlich. Aber wenn man davon absieht, ist sie ein netter Charakter, den man nicht unbedingt liebt, aber hassen wird man ihn auch nicht. Sie ist einfach sehr ungreifbar und vor Allem: ersetzbar! Was mich jedoch am Meisten gestört hat, war dass die zwischenmenschlichen Beziehungen hier entweder überhaupt nicht vorkamen oder unheimlich an den Haaren herbei gezogen waren. So waren da auf einmal Darcys beste Freunde, mit denen sie aber kaum kommuniziert hatte, seit sie in New York war. Die Charaktere kamen und verschwanden einfach ins Nichts.
Die Hauptfigur in Darcys Roman Lizzie ist auch nicht wirklich komplex. Sie wirkt ein bisschen wie die 0815-Highschool-Graue Maus die wir schon so oft in Filmen gesehen haben. Obwohl sie schreckliches durchlebt hat, habe ich nicht das Gefühl bekommen, dass diese Ereignisse sie in irgendeiner Form auch nur ansatzweise belasten würden. Das finde ich sehr schade, denn der Autor hätte hier richtig gut mit den psychischen Aspekten, der Angst, dem Schrecken und dem Trauma, arbeiten können. Lizzie aber ist total verknallt, freut sich, dass die nun mit Geistern kommunizieren kann und versucht Gerechtigkeit in die Welt zu bringen. Trotzdem ist ihre Geschichte irgendwie interessant, auch wenn ich im Nachhinein nicht sagen kann, was konkret mir gefallen hat.
Der Schreibstil der Autors ist nicht aussergewöhnlich toll, aber gut zu lesen. Was mir gefallen hat, ist dass ich im Laufe des Buches wirklich das Gefühl hatte, dass Scott Westerfeld eigentlich nur die Geschichte einer jungen Autorin erzählt. Das Buch im Buch, Afterworlds, jedoch eigentlich wirklich von Darcy geschrieben wurde und gar nicht von ihm.

Fazit:
Das Buch hat mir gefallen, die Idee ist toll, die Umsetzung jedoch, hätte aber besser sein können. Mir haben rundere Charaktere gefehlt, da auf den 700 Seiten wirklich genug Platz für diese sein sollte.

1 Kommentar:

  1. Ich bin erleichtert, dass unsere Meinungen sich da ähneln! Es hat einfach was gefehlt. Und das Potenzial wurde nicht annähernd ausgeschöpft :(

    Liebe Grüße

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