Love Letters to the Dead von Ava Dellaira

Titel: Love Letters to the Dead
Autor: Ava Dellaira
Übersetzer: Katarina Ganslandt
Veröffentlicht: 2015
Seitenzahl: 416
Verlag: cbt
Serie: Nein
Genre: Jugendbuch
Preis: 17,99€
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Zum Cover:
Das Cover ist ja einfach mal der Hammer! Ich finde die Schrift auf dem Hintergrund passt perfekt und vermittelt einem ein ruhiges Gefühl. Das Mädchen, wahrscheinlich Laurel, welches dort sitzt und schreibt, wurde perfekt auf die Buchstaben gesetzt.

Zur Geschichte:
Laurel bekommt im Englisch Unterricht die Aufgabe, einen Brief an eine längst verstorbene Persönlichkeit zu schreiben. Sie entscheidet sich für Kurt Cobain, dem Lieblingssänger ihrer Schwester May, die vor einigen Monaten ums Leben kam. Doch der Brief wird ganz anders als erwartet. Laurel beginnt ihre tiefsten Gefühle aufzuschreiben und wendet sich damit an weitere Persönlichkeiten, die ihre Kindheit und ihre Gegenwart geprägt haben.
Sie beginnt von ihrer neuen Schule, ihren Freunden und Sky zu schreiben, jedoch bleibt es nicht dabei. Nach und nach beginnt Laurel die Vergangenheit und den Tod ihrer geliebten Schwester aufzuarbeiten. Und schreibt dabei wunderschöne Briefe.

Meine Meinung:
Die Geschichte, die man durch Laurels Briefe erfährt, ist sehr emotional und bewegend. Sie und ihre Schwester May hatten es nicht immer leicht im Leben und diese Tatsache wird plausibel dargelegt. Jedoch hat mich unheimlich gestört, dass es in den ersten Briefen nur um May ging. Wir haben nicht wirklich viel über sie erfahren, weil Laurel natürlich auch nicht alles über ihre Schwester wusste. Aber ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, Laurel würde May schön reden. Bis ungefähr zur Hälfte des Buches "wusste" ich mehr über May als über Laurel, um die sich dieses Buch ja eigentlich dreht.
Das ganze Buch über wurde in mir der Eindruck erweckt, dass May eine Art Super-Mädchen war. Ich meine, es kann schon sein, dass Mädchen die grosse Schwester als perfekt ansehen, aber kein einziges negatives Wort über diese zu verlieren ist irgendwie seltsam.
Laurel kam mir als ein sehr unreifes Mädchen vor, das zwar viel gemacht und erlebt hat, aber sich überhaupt nicht bewusst ist, welche Konsequenzen ihre Taten möglicherweise haben könnten. So wirft sie z.B. irgendwelche Tabletten ein, die ihr jemand gegeben hat, und schleicht sich konstant aus dem Haus. Des Weiteren hat sie viele sehr schlimme Dinge erlebt, die sie scheinbar einfach so hingenommen hat und die keineswegs an ihrer psychischen Gesundheit gerüttelt haben.
Keiner der Charaktere war sonderlich rund. In vielen Fällen wird ein negatives Thema angesprochen, es verfinstert sich die Miene des angesprochenen, und zwei Sätze später ist alles wieder Friede-Freude-Eierkuchen. Sie wirkten oft ziemlich passiv und als ob sie keine Verbindung zueinander hätten.
Genau wie die Charaktere, habe ich das Ende als ziemlich künstlich empfunden. Ich hatte das Gefühl, der Autorin wäre bewusst geworden, was das Ende des Schuljahres bedeutet und wollte schnell noch alles geradebiegen.

Fazit:
Eine schöne Idee mit unheimlich flachen Charakteren und oft unrealistischen Reaktionen der gleichen. Leider nicht wie erhofft..

 -Henny

Vielen Dank an den cbt Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Kommentare:

  1. Hi,

    schade, dass es dir nicht so gut gefallen hat. Ich bin um das Buch schon ein paar Mal herum geschlichen. Mal sehen, ob es sich noch zu mir verirrt.

    lg
    Marie

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    1. Ja.. Ich hätte es sehr sehr gerne gemocht, weil die Idee ja gar nicht mal so übel ist. Aber die flachen Charaktere haben es leider für mich kaputt gemacht :(
      Liebe Grüsse
      Henny

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  2. Hey habe das Buch schon im Regal aber noch nicht gelesen. Das Cover finde ich total schön ! Nur schade, dass es dir nicht so gut gefallen hat! Ich werde es demnächst lesen, bin mal gespannt wie es mir gefällt. LG :)

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    1. Das Cover ist ja auch super duper toll *____* Ich freu mich schon auf deine Rezi, hoffentlich gefällts dir besser, ich schein ja eine der wenigen Ausnahmen zu sein :D

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  3. Hallöchen liebe Henny,
    nun ich habe schon recht viele Rezensionen zu dem Buch gelesen und alle haben sicher eher so in dieser Richtung angesiedelt wie deine. Ich habe, glaube ich, nur ein oder zwei gelesen, die richtig begeistert waren. Ich habe mich entschieden dieses Buch nicht zu lesen, weil einfach immer zu viel bemängelt wurde, was mir an Büchern wichtig ist.

    Liebst, Lotta

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  4. Hallo Henny,
    ich war und bin ein bisschen anderer Meinung. Wobei auch meine Erwartungen an das Buch nicht erfüllt wurden. Mir passte vor allem der krasse Gegensatz zwischen Laurels Taten und ihren Worten nicht. Teilweise standen die für mich im Widerspruch. Sie schreibt so tolle, teilweise tiefgründige Sätze, interpretiert Gedichte und wirkt total klug - ist sie sicher auch. Und dann macht sie soooo viel Mist! Was einfach wirklich nicht zueinander passt.
    Ich glaube, sie verschwindet einfach zu sehr in May. Und sie will bestimmt nichts Böses schreiben, weil sie anfangs noch denkt, dass man über Tote so nicht redet oder schreibt. Das habe ich mir zumindest immer so eingeredet. :D
    Letztendlich habe ich 4 Sterne vergeben. Aber die waren eher knapp....
    Liebe Grüße, Verena.

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