Mumbai: Chowpatty Beach und die Dreistigkeit der Elephanta Insel

Chowpatty Beach

Da das Wetter hier ja der Hammer ist, die Sonne ständig scheint und es warm ist, wollten wir einfach mal an der Strand Promenade (dem Marina Drive) entlang spazieren. (Dort wo wir auch Terrence getroffen hatten). Am einen Ende des Drives befindet sich nämlich ein Restaurant, welches laut einigen, gängigen Touristenseiten usw. sehr leckeres Indisches Essen hat. Okay, damit war der Plan für den Tag also geschmiedet.

Mittlerweile wisst ihr ja, dass wir nicht so grosse Taxi-Fans sind, da aber das Bus Netz hier ziemlich unverständlich ist, laufen wir halt. Ist gesünder (auch wenn man bei der Luft manchmal das Gegenteil denken könnte), sicherer und auf jeden Fall günstiger. Also wurde gelaufen.

Nachdem wir über den Crawford Market gelaufen sind, sind wir weiter und weiter die Strasse runter, bis wir am Marina Drive angelangt sind. Zwischendurch haben wir Kühe getroffen die gemächlich im Schatten der Häuser standen und sich von den Indern betüddeln liessen. Tolles Leben. Da darf man schon überall hin, wird überall gefüttert, verhätschelt und ist dann auch noch heilig… Eine deutlich bessere Alternative als in Deutschland beim Schlachthof zu landen. 

Wir sind also den Marina Drive herunter spaziert. Es war ein wirklich toller Tag, die Sonne hat geschienen und der Wind der vom Meer kam, war schön abkühlend. Das Wasser sah doch verlockend kühl aus, aber auch unheimlich schmutzig. Ich bin der festen Überzeugung, dass ich als eine Art Fish-woman da herzugekommen wäre, anstatt Netze aus den Handgelenken zu katapultieren, kann ich dann halt Flossen bekommen. Keine so tolle Vorstellung. 

Besagtes Restaurant, liegt ganz ganz am Ende gegenüber von einem Tempel (und damit meine ich nicht einen grossen tollen Tempel wie man sie erwartet, sondern ein 5m^2 grossen Raum mit irgendeiner indischen Gottheit). Es heisst Soam und die Touriseiten lügen nicht, wenn sie sagen, dass das Essen sehr sehr lecker ist!! Der Service war super nett, da wir etwa 90% der Karte nicht verstanden weil dann dort so Sachen wie Faraali Handvo ausgeführt waren. Klar.. weil wir ja auch wissen was das ist, nur weil es dort in lateinischen Buchstaben steht… Aber der Chef hat uns höchstpersönlich erklärt um was es sich handelt und später auch wie man die Pani Puri (Teigtaschen die man selbst befüllt) isst. Sehr lecker!


Danach haben wir uns an den Chowpatty Beach neben einen Strassenhund in den Schatten gesetzt. Die Hunde sind echt süss. Ihnen scheint es nicht so schlecht zu gehen wie ich vermutet hatte. Sie sind gutgenährt und kommen auch im Strassenverkehr ziemlich gut klar. Auf dem Rückweg stand einer dieser Hunde mit uns an der Ampel, hat gewartet bis sie grün wurde und ist dann über die Strasse gelaufen. Mein Hund kann das nicht!

Die Dreistigkeit der Elephanta Insel

Am nächsten Tag sind wir zur Elephanta Insel gefahren. Das war eine nicht ganz so tolle Erfahrung wie erhofft. Zuerst, haben wir das Boot am Gateway of India in Richtung Elephanta Island genommen. Die fahrt dauerte etwa 1 Stunde. Ich mag Bootfahrten nicht.. 1 Stunde war für mich viel zu viel, aber was tut man nicht alles um ein Weltkulturerbe zu sehen. Angekommen sind wir den Weg hoch zu den Elephanta Capes gegangen, hier muss man nochmals 10 Rupien Eintritt zahlen um überhaupt die Treppen hochsteigen zu dürfen. Auf dem Weg nach oben befinden sich ganz viele kleine Stände mit Souvenirs die natürlich alle “heute ihren ersten Geschäftstag haben” oder “einem Freund gehören und die Menschen nur aushelfen”.


Das beste war immer noch, dass auch das Ticket um überhaupt nach Elephanta zu kommen, man noch einmal 250 Rupien zahlen darf um in die Höhlen zu gehen. Ich mache ja echt viel mit, aber wenn gross daneben steht, dass es für Inder 10 Rupien kostet, während wir als Ausländer 250 zahlen sollen, werd ich sauer. Deshalb haben wir uns das gespart. Das ist schliesslich ein Preisunterschied von 240 Rupien. Das ist 25 mal der Preis. Das sind 2500% mehr! Gehts noch?! Es ist nicht viel, es sind etwa 3,50€. Aber es ist dreist. Und ich unterstütze so etwas nicht. Wenn wir nach dem gleichen Prinzip gehen würden bei z.B. einem Cheeseburger. Ein Deutscher zahlt 1€, weil er Deutscher ist. Nicht-Deutsche würde für den gleichen Cheeseburger 25€ zahlen… Versucht das mal durchzubringen! (Ich sehe schon die Schlagzeile “The new Nazi-Era! Discrimination starts with Cheeseburgers” vor mir)

Aber zurück zum Thema. Wir haben uns trotzdem einen wunderschönen Tag mit den Affen die dort rumlaufen gemacht und sind irgendwann zurückgefahren weil wir doch beide ziemlich müde waren. 

 -Henny

1 Kommentar:

  1. Ähnliche Preisunterschiede zwischen Einheimischen und Touristen sind in vielen (ärmeren) Ländern üblich. Auch in Europa, von Museen und Theater in Prag bis Ermitage in San Petersburg. Sie sind gerechterweise den Lebenshaltungskosten angepasst. Du bist als Studentin in Palma auch kostenlos Bus gefahren, Rentner und Arbeitslose fahren auch umsonst, Touristen zahlen 2 Euro. Das sin "liegende 8" % mehr.
    Liebe Grüsse, dein Papa

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