Mumbai: Die Angst um unsere Koffer und der 16 Stunden Schlaf

Wir sind also in Abu Dhabi angekommen. 3 Stunden Transferzeit sind überbrückter, oder? Denkste. Der Flughafen in Abu Dhabi ist aufgebaut wie.. wie eine Sonne. Also so wie Kinder eine Sonne malen. Ein Kreis und ganz viele Striche in alle Richtungen die von diesem Kreis ausgehen. Also das erste was man tun muss um von einem Gate zu einem anderen zu gelangen, ist in das “Sonnen-Zentrum” zu gehen und ab dort den Gate suchen. Es gibt zwei Etagen, die obere (deutlich besser organisierte wie ich Dank meines Fluges nach China mitbekommen habe) und die untere (ein organisatorisches Desaster). Wir sind natürlich unten abgeflogen. Unten muss man erst einmal an ein paar Wachleuten vorbei die die Flugtickets kontrollieren. Dann wieder Handgepäck durch den Scanner und der normale Security Check den es an jedem Flughafen gibt. Dann ist man in der unteren Ebene angekommen. Und da beginnt der Horror. Zwischen dem Security Check bis zur Wand gegenüber liegen exakt 3 Meter. Die Gates liegen in Linker oder Rechter Richtung in einem Kreis (der nicht geschlossen ist). Links neben dem Security Check ist ein kleiner Stand. Ein richtig kleiner Stand an dem Getränke und Chips verkauft werden. In AED. Toll, weil ja auch jeder Transferreisender AED in der Tasche hat… Der Verkäufer war auch nicht in der Lage mir mitzuteilen ob ich in Euro zahlen könnte. Also hat sich das Thema erledigt.


Weiter im Tackt. in diesem Halbkreis befinden sich 7-8 Gates mit etwa 20 Sitzen pro Gate. Also schon so zu wenig Platz für sagen wir mal 200 Passagiere pro Flug. Für diese ganzen Passagiere gab es 1(!!!!!!) Bad (Pro Geschlecht) mit exakt 2(!!!!!!!!!!!) Toiletten… Dazu kommt noch das in einer Toilette auch eine Dusche war. Also wenn jemand geduscht hat, gab es 1 Toilette für etwa 1500 weibliche Passagiere... Ich war froh als die Transfer Zeit um war und wir endlich boarden durften. Naja, was heisst boarden, wir durften uns erst einmal in die Schlange stellen. Scheinbar sind manche Leute unfähig zu Reisen denn etwa 10 Handgepäckskoffer waren zu gross. Weitere hatten keine richtigen Tickets. Andere wollten ihren Kinderwagen mit an Board nehmen… Mit 1 Stunde Verspätung sind wir dann aber endlich endlich in Richtung Mumbai gestartet.

Der Flug von Abu Dhabi nach Mumbai war zwar nicht sehr lang, aber unheimlich ungemütlich. Wir beide hatten Hunger (wie immer) und wollten schlafen. Zum schlafen ist in einer normalen Boeing 737 aber so gut wie gar kein Platz. Also haben wir die Zeit mit Baymax totgeschlagen und haben gehofft bevor wir landen noch was zu essen zu bekommen. Dies taten wir auch. Eine Portion Chicken irgendwas, Reis und Vegetarisches keine Ahnung. Dazu Wasser in so lustigen Joghurtbechern und Milch. Milch? Wtf? Wir waren beide etwas verunsichert was wir mit dieser tun sollten. Doch nachdem Olli etwas von dem Hühnchen-Etwas gegessen hatte, folgerte er, dass die Milch ja zum schärfe Stillen gedacht sein könnte...

Nach etwa 2:30h sind wir in Mumbai gelandet. Beim aussteigen haben wir zwei Zettel bekommen die wir ausfüllen mussten von wegen Visum und so weiter den weissen Zettel muss man behalten, der wird nachdem man den Koffer abgeholt hat, am Ausgang abgegeben! Das ging dann alles recht zügig. Die Koffer kamen innerhalb 15 Minuten und schon ging es hinaus. Links findet man dann einen Schalter um sich ein Prepaid Taxi zu bestellen und nicht übers Ohr gehauen zu werden. Dort sagt man wo man hin möchte, die erstellen einen Zettel, man bezahlt und geht dann ein Stockwerk tiefer wo man sich sein Taxi suchen muss. Auf dem Zettel steht eine Taxi Nummer, dieses und kein anderes ist dann das eigene Taxi. Es gibt einen Aufpreis für Klimaanlage, der etwa 150 Rupien entspricht (etwa 2€) aber ohne Klimaanlage ist es wahrscheinlich unerträglich durch Mumbai zu fahren, denn die Reise in die Innenstadt kann von 30 Minuten bis unendlich gehen… Den Taxifahrern muss man aber kein Geld zahlen, alles wird oben an dem Schalter geregelt.
Irgendein indisches Taxi mit Gepäck
Die Taxen stehen draussen. Mein erster Gedanke als uns die schwüle Luft wie zur Begrüssung umarmt ist: “Es riecht wie in Peking” Und das ist wirklich nicht positiv. Aber weiter. Als wir unser Taxi gefunden hatten, waren von diesem alle Türen aufgerissen und aus der einen hinteren Tür guckten zwei nackte Füsse. Da lang unser Taxifahrer und hat geschlafen :D Er wurde von dem Taxi-Suche-Helfer geweckt und bekam den Zettel in die Hand gedrückt wo er uns hinfahren sollte. Es begann schon etwas komisch. Unsere Koffer wurden auf einen Metallkasten auf dem Dach des Taxis gelegt. Unbefestigt. Wir fragten ob er die nicht festmachen könne. Nein nein, das wäre schon gut so. OK, er hat schliesslich Erfahrung. Wir stiegen also ein  und wechselten uns ab mit nach hinten gucken damit wir bloss nicht unser Gepäck verlieren, denn die Strassen sind zwar nicht schlechter als die in Deutschland, aber die Fahrweise der Inder ist… naja, als würde man jemanden ohne Führerschein auf die Strasse lassen. Und das in Millionenfacher Weise. Ob Rot oder Grün, ob durchgezogener Mittelstreifen oder nicht, es ist den Fahrern scheissegal. Ob Nun ein Fahrrad, ein Motorrad, ein LKW oder ein Combi an einem vorbeifahren, es können ruhig 20cm Abstand sein, aber 5cm Abstand ist auch OK…. Unebenheiten in der Strasse werden einfach rücksichtslos bei voller Geschwindigkeit ignoriert. Zum Leide meiner und Ollis Nerven. Unser Gepäck lag ja immer noch unbefestigt auf dem Dach. 

Irgendwann war mir danach zu gucken wie schnell wir fahren. Mein Gesicht als auf dem Tacho 0Km/h stand, wir aber ohne Anschnallgurt über die Autobahn bretterten könnt ihr euch vorstellen. Um mich abzulenken, guckte ich mir den Zettel vom Taxi-Schalter genauer an. Address: Colaba. Hä? Ich hatte dem doch die richtige Adresse gegeben um nicht noch laufen zu müssen, sondern direkt ins Hotel und ins Bett zu können. Also schnell dem Taxifahrer die Buchungsbestätigung des Hotels unter die Nase gehalten und auf die Adresse getippt. “We want to go here!”. Keine Reaktion. Er guckt aufs Papier, sagt irgendetwas unverständliches. Fährt weiter. Nach einiger Zeit fährt er links ran (hier ist Linksverkehr. Langes Leben den Briten und ihrem Drang anders zu sein.), nimmt den Zettel, steigt aus und fragt Leute am Strassenrand. Keiner kann ihm eine Antwort. Weiter gehts. Wieder Links ran, wieder Leute fragen, diesmal wir ein Handy gezückt, das Hotel wird angerufen. Wir sitzen nun etwa 1 Stunde im Taxi. Thank God gibt es eine Klimaanlage in diesem Tucktuck.

Es geht weiter, wir werden in eine andere Richtung gefahren. Während Olli damit dran ist, das Gepäck, bzw. die Strasse hinter uns, zu beobachten und sicherzustellen das unser Gepäck mit uns fährt, schaue ich mich weiter genau im Taxi um. Ich merke wie die Hände des Taxi Fahrers zittern. Eine Nervenkrankheit? Er ist ja doch schon etwas älter. Wo er wohl lebt? Im Slum? Die Zeit die wir durch die Gegend gefahren werden, wie viel bekommt er dafür? Von den 800 Rupien die wir gezahlt haben, welcher Anteil steht ihm zu? Desto mehr ich mich auf die Häuser konzentriere an denen wir vorbei fahren, desto schlechter wird mir. Wird seine Familie wohl genug zu essen bekommen? Er scheint ein so netter Mensch, er versucht uns zu helfen so gut er kann. Er hält wieder an, fragt erneut. Wir werden in eine Richtung geschickt, fahren weiter. Wir sind nun schon 1:30 Stunden unterwegs. Olli bemerkt wie am Strassenrand ein anderer Taxifahrer etwas rotes aushustet… Blut? Tuberkulose ist hier ja nicht so selten. Vielleicht aus irgendeine Frucht. 

Wir fahren am Strand entlang. Ich habe gedacht es gibt hier, wie in jeder Stadt, ein reichen Viertel. Wir fahren schon so lange, noch hab ich nichts gesehen das annähernd so aussieht wie Luxus. Wieder halten wir an. Wir scheinen auf dem richtigen Weg. Es fehlt nur noch das Hotel. Er fragt, es wird telefoniert, es wird gelächelt, wir fahren weiter. 
Derweil ziehen an meinem Fenster Häuser aus Wellblech und Vorhängen, Strassenhunde (die erstaunlich gutgenährt sind) und freilaufende Kühe vorbei. Nach weiteren 10 Min. sehe ich auf der rechten Seite unser Hotel. Die Freude ist gross, nicht nur Ollis und meine, auch die des Fahrers. 2 Stunden hat es gedauert. Für etwa 11€. 

Wir stürzen uns ins Hotel. Olli, der es noch nicht gesehen hat, weil ich mich darum gekümmert hatte, ist irritiert als wir die verschmutzten Treppen in den ersten Stock hinauf steigen. “Schatz, sicher das du ein Hotel und kein Hostel gebucht hast?” “Ja ja, die Fotos und Bewertungen waren wirklich gut!!” Doch Angst steigt in mir hoch. Im ersten Stock angekommen. Alles ist sauber, modern und das Personal ist nett. Wir kriegen eine Wasserflasche in die Hand gedrückt (Halleluja! Wasser!) und unsere Pässe inklusive Visa werden kopiert. Dann nimmt der “Boy” unsere Koffer und bringt uns in unser Zimmer. Er erklärt uns jeden Schalter. Wir nicken, sind glücklich endlich da zu sein. Ohne überhaupt etwas ausgepackt zu haben, stürzt sich Olli unter die Dusche. Der Herr von der Rezeption kommt vorbei, klingelt (ja, wir haben eine Klingel an unserer Zimmertür) und drückt mir das Menü eines Restaurants in die Hand bei dem wir bestellen können. Der Boy würde das Essen dann in 20 Minuten vorbeibringen. Die Preise sind der Hammer. 60 Rupien für Chicken Masala. Das sind noch nicht einmal 1€!



Wir bestellen, ich stürtzte unter die Dusche. Auch wenn das Wasser hier ja unheimlich dreckig ist und ich bevor wir geflogen sind, bedenken hatte was Bakterien und so beim Duschen betrifft, war ich unheimlich glücklich nach 2 Tagen endlich wieder mit Wasser spielen zu dürfen. 

Aus der Dusche raus, Klimaanlage an, Deckenventilator an, Mama geschrieben das wir angekommen sind. Das Essen kommt. Wir hatten “not too spicy, european spicy” bestellt. European Spicy war immer noch so scharf, dass mein Rachen nach 3 Bissen schien Feuer gefangen zu haben. Aber es war soooo lecker. Danach ging es ins Bett. Um 21h Ortszeit (das wäre etwa 16:30 in Deutschland). Wir waren so müde, das wir am nächsten Tag um 13h (8:30 in DE) aufwachten. 16 Stunden Schlaf. Das ist doch mal ne Hausnummer. 


Was wir an diesem wunderschönen, halbverpennten Tag gemacht haben, erfahrt ihr dann Morgen. Noch mehr möchte ich nicht in diesen Post packen. :)

 -Henny

Kommentare:

  1. Wow, die Taxifahrt war bestimmt ein Erlebnis. Echt erstaunlich, dass die Koffer heil geblieben sind^^ Bin schon gespannt was ihr noch alles erlebt habt.
    Wie war die Einrichtung im Hotelzimmer?

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    1. Huhu! Ja.. Ich hatte echt Panik, dass ein Koffer runterfällt und überfahren wird... Das Hotel ist echt gut. Alles wirklich sauber (zu mindest so sauber wie es sein kann, wenn es keinen Staubsauger gibt, sondern per Hand, mit zwei Tüchern der Boden gewischt wird :D) Und sonst ist es halt ein normales Hotelzimmer mit Kühlschrank, Föhn, Schrank und Telefon ^_^

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  2. Oh je oh je, das ist mal wirklich ein abenteuerlicher Reisebericht^^ Aber am Anfang gibt es eigentlich fast immer irgendwelche Schwierigkeiten. Ich hoffe, ihr könnt euren Urlaub trotzdem ab jetzt genießen!
    Und natürlich freue ich mich auch schon auf den nächsten Abenteuerbericht ;)

    Liebe Grüße,
    Sana

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    1. Wegbeschreibung Airport - Hotel :

      18 km, 35 Min

      1. जुहू तारा मार्ग/జుహు తారా రోడ్డు मार्ग/కిషోర్ కుమార్ గంగూలి మార్గ్ 1,1 km
      2. जुहू तारा मार्ग/జుహు తారా రోడ్డు जुहू मार्ग/జుహు రోడ్డు 800 m
      3. /लिंकिंग मार्ग 2,8 km
      4.स्वामी विवेकानंद मार्ग/స్వామి వివేకానంద్ రోడ్డు 2,0 km
      5.लेडी जमशेदजी मार्ग/లేడీ జమ్షేద్జి రోడ్డు 2,0 km
      6. /नचि केळकर मार्ग 450 m
      7. तिलक ब्रिज/తిలక్ బ్రిడ్జ్) 600 m
      8. तिलक मार्ग/తిలక్ రోడ్డు 99 m
      9. खोदादाद सर्कल/ఖోదదాద్ సర్కిల్ टिळक रस्ता/तिलक मार्ग/తిలక్ రోడ్డు 950 m
      10. रफ़ी अहमद किदवई मार्ग/రఫీ అహ్మద్ కిద్వాయ్ మార్గ్ 1,9 km
      11. नाथ पै मार्ग/बर्रिस्टर नाथ पाई मार्ग/బర్రిస్తేర్ నాత్ పై మార్గ్

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